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Seitenabstand bei Überholvorgang zwischen Radfahrern



Die Vorschrift des § 5 StVO (Straßenverkehrsordnung), wonach beim Überholen ein ausreichender seitlicher Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern einzuhalten ist, gilt auch für überholende Radfahrer. Eine verbindliche Regel zur Größe des Abstandes gibt es allerdings nicht. Bei Autofahrern gehen die Gerichte überwiegend von einem einzuhaltenden Mindestabstand von einem Meter aus.

Das Oberlandesgericht Karlsruhe hält bei einem Überholvorgang zwischen Radfahrern einen Seitenabstand von ca. 32 Zentimetern beim Überholen (gemessen zwischen den Körpern der beiden Radfahrer) in der Regel für zu gering. Dies gilt jedenfalls auf einem unebenen Sand-Schotter-Weg, auf dem mit Schwankungen in der Fahrlinie des vorausfahrenden Radfahrers zu rechnen ist. Ist auf dem zwei Meter breiten Radweg ein Überholen mit ausreichendem Seitenabstand nicht möglich, muss der schnellere Radfahrer ggf. vom Überholen absehen. Ein Seitenabstand des Vorausfahrenden von 80 Zentimetern zum rechten Fahrbahnrand führt zu keinem Mitverschulden. In dem konkreten Fall musste der überholende Radfahrer der vorausfahrenden Radlerin, die durch die Berührung stürzte, den entstandenen Schaden ersetzen.

Beschluss des OLG Karlsruhe vom 30.05.2016
9 U 115/15
jurisPR-VerkR 25/2016 Anm. 2
NJW-Spezial 2016, 715



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