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Widerspruch zwischen öffentlichem und privatschriftlichem Testament



Gehört zum Nachlass ein Grundstück, genügt nach Eintritt des Erbfalls für die Berichtigung des Grundbuches grundsätzlich der Erbnachweis durch ein notariell beurkundetes öffentliches Testament bzw. einen entsprechenden Erbvertrag. Liegt jedoch daneben ein weiteres privatschriftliches (gemeinschaftliches) Testament vor, das eine widersprechende Erbeinsetzung oder Vermächtnisregelung enthält, kann das Grundbuchamt trotz Vorliegen des öffentlichen Testaments den Erbnachweis durch einen Erbschein verlangen. Im Rahmen des Erbscheinverfahrens hat sodann das Nachlassgericht zu klären, welche der testamentarischen Verfügungen wirksam ist.

Beschluss des OLG München vom 04.08.2016
34 Wx 139/16
jurisPR-FamR 24/2016 Anm. 6