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Kindesunterhalt: Hotel muss keine Gästenamen herausgeben



Eine Frau verbrachte mehrere Tage mit einem Mann in einem Hotel. Aus der kurzen und wohl recht heftigen Beziehung ging ein Kind hervor. Da die Mutter nur den Vornamen ihrer Hotelbeziehung kannte, verlangte sie später von dem Hotelbetreiber die Bekanntgabe von Namen und Anschriften aller männlichen Hotelgäste namens Michael.

Das Amtsgericht München bestätigte die Verweigerung der Informationen durch das Hotel. Für das Gericht überwog das Recht der betroffenen Männer auf informationelle Selbstbestimmung und auf den eigenen Schutz der Ehe und Familie das Interesse der Frau an der Geltendmachung ihrer Unterhaltsansprüche. Außerdem hätten die betroffenen Männer das Recht auf Achtung der Privat- und Intimsphäre, das davor schützt, geschlechtliche Beziehungen offenbaren zu müssen.

Urteil des AG München vom 18.10.2016
191 C 521/16
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