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Baumschäden durch "Schlooten" auf dem Nachbargrundstück



Werden beim Reinigen eines Grabens ("Schlooten") auf einem Privatgrundstück Wurzeln von auf dem Nachbargrundstück stehenden Bäume derart beschädigt, dass diese später wegen Umsturzgefahr gefällt werden müssen, haftet der ausführende Unternehmer für den entstandenen Schaden. Er kann nicht davon ausgehen, dass der Grundstücksnachbar, auch wenn er nichts gegen das "Schlooten" als solches auszusetzen hatte, mit der Beschädigung seiner Baumwurzeln einverstanden gewesen wäre.

Daneben haftet auch der Grundstückseigentümer für den Schaden des Nachbarn. Der Eigentümer muss sicherstellen, dass die Arbeiten vorsichtig und unter Schutz der Baumwurzeln durchgeführt werden. Dies gilt erst recht, wenn er nachweislich bereits vor Beginn der Arbeiten auf die Gefahr für die Bäume hingewiesen wurde. Er kann die Schuld dann nicht einfach auf den Unternehmer schieben.

Beschluss des OLG Oldenburg vom 03.11.2016
14 U 96/16
Wirtschaftswoche Heft 5/2017, Seite 79