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Verbrennungen eines Kindes auf sonnenerhitzter Metallplatte im Freibad



Das Landgericht Coburg hat eine Gemeinde als Betreiber eines öffentlichen Badesees wegen Verletzung der Verkehrssicherungspflichten zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt, nachdem sich ein dreijähriges Kind auf einer zu den sanitären Einrichtungen führenden Metallrampe die Fußsohlen verbrannt hatte. Die Metallplatten hatten sich durch die Sonneneinstrahlung derart aufgeheizt, dass sich das Kind Verbrennungen an den Fußsohlen zuzog, die im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Die Gemeinde konnte sich weder auf die in der Benutzungssatzung enthaltene Haftungsbeschränkung auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit noch auf eine Verletzung der Aufsichtspflicht durch die Eltern berufen. Sie muss dem Kind ein angemessenes Schmerzensgeld bezahlen und die Behandlungskosten tragen.

Urteil des LG Coburg vom 13.12.2016
23 O 457/16
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