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Reiseversicherung haftet nicht für Schaden durch gestohlene Flugtickets und Ausweispapiere



Eine Reiseversicherung muss nicht für den Schaden aufkommen, der einem versicherten Reisenden entstanden ist, nachdem ihm bei einem Überfall die Flugtickets für den Rückflug nach Deutschland und sein Reisepass gestohlen wurden.

Das Landgericht Hildesheim führte zur Begründung aus, dass bei einem Diebstahl von Reiseunterlagen, Pässen und Fahrkarten/Flugtickets kein erheblicher Schaden unmittelbar am Eigentum der versicherten Person vorliegt. Der hier ausschließlich maßgebende reine Sachwert der Papiere ist nämlich äußerst gering. Bei den von dem Versicherten geltend gemachten Kosten für ein Ersatzticket und die Gebühren für die Ausstellung eines neuen Reisepasses (insgesamt 1.800 Euro) handelte es sich um reine Folgekosten, die ausdrücklich nicht mitversichert sind.

Urteil des LG Hildesheim vom 06.01.2017
7 S 136/16
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