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Schaden im Supermarkt durch aus Weidenkorb herausragende Stäbe



Eine Kundin blieb beim Einkaufen in einem Supermarkt an einem Weidestäbchen, das ein bis zwei Zentimeter aus einem rechteckigen Auslagenkorb aus Weidengeflecht herausragte, hängen. Dadurch wurde ihr Strickkleid durch einen herausgezogenen Faden irreparabel beschädigt. Sie verlangte von dem Marktbetreiber Schadensersatz in Höhe des Zeitwertes des Kleides.

Das mit dem Fall befasste Amtsgericht München kam zu der Überzeugung, dass dem Supermarktbetreiber keine Verletzung seiner Verkehrssicherungspflicht anzulasten war. Ein maximal 1,5 Zentimeter langes Herausstehen von zwei Weidenstäben aus einem geflochtenen Korb stellt keine besondere Gefahrenquelle dar. Es handelte sich um einen ganz normalen Weidenkorb, bei dem ein leichtes Herausstehen der abgeschnittenen Enden zu erwarten ist. Die Kundin hätte mit einem empfindlichen Strickkleid einfach nicht zu nah an den Auslagenkorb herangehen sollen.

Urteil des AG München vom 08.03.2017
111 C 21848/16
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