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Vertrauensentzug eines Vorstandsmitglieds durch Hauptversammlung



Der Beschluss der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, einem Vorstandsmitglied das Vertrauen zu entziehen, ist nicht bereits deshalb offenbar unsachlich oder willkürlich, wenn sich die Gründe für den Vertrauensentzug später als nicht zutreffend herausstellen. Der Bundesgerichtshof weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass der Hauptversammlungsbeschluss, mit dem einem Vorstandsmitglied das Vertrauen entzogen wird, nicht begründet werden muss. Auch die Anhörung des betroffenen Vorstandsmitglieds ist grundsätzlich keine Wirksamkeitsvoraussetzung für den in der Folge vom Aufsichtsrat erklärten Widerruf der Bestellung.

Urteil des BGH vom 15.11.2016
II ZR 217/15
DB 2017, 234