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Verstoß eines Radfahrers gegen Rechtsfahrgebot



Befährt ein Fahrradfahrer in einer belebten Innenstadt einen Fahrrad-Schutzstreifen verbotswidrig in Gegenrichtung und kollidiert er dabei mit einem die Fahrbahn überquerenden Fußgänger, trifft ihn die ganz überwiegende Haftung für die Unfallfolgen. Der Verstoß gegen das Rechtsfahrgebot führte zu einer gesteigerten Sorgfaltspflicht des Radfahrers. Er hätte deshalb insbesondere darauf achten müssen, ob Fußgänger von - aus seiner Sicht links - die Straße überqueren wollen. Den durch den Unfall verletzten Fußgänger traf wegen seiner Unachtsamkeit lediglich ein Mitverschulden von 10 Prozent.

Urteil des OLG Frankfurt vom 09.05.2017
4 U 233/16
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