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Anerkennung eines Arbeitsunfalls: Es ist nie zu spät



Das Sozialgericht Dresden hat einen über 50 Jahre zurückliegenden Arbeitsunfall anerkannt. Der heute 72 Jahre alte Kläger arbeitete als Gleisbauhelfer. Er trug vor, er habe bei der Arbeit eine starke Quetschung eines Fingers erlitten, der schließlich amputiert werden musste. Ein früherer Arbeitskollege bestätigte den Vorfall und gab vor Gericht an, den Verletzten mit dem Motorrad ins Krankenhaus gefahren zu haben. Dies genügte dem Richter als Nachweis, sodass es keine Rolle spielte, dass das Unfalltagebuch beim zuständigen Landesamt für Arbeitsschutz bei einem Hochwasser vernichtet worden war und daher zu Beweiszwecken keinerlei Unterlagen mehr zur Verfügung standen.

Urteil des SG Dresden vom 29.05.2017
S 39 U 320/12
Pressemitteilung des SG Dresden