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Auch Gebrauchtwagenhändler kann Unfallwagen zurückgeben



Auch einem Autohändler, der von einem privaten Verkäufer einen Gebrauchtwagen erworben hat, kann ein Recht auf Rückabwicklung des Kaufvertrags zustehen, wenn der Wagen entgegen den Vereinbarungen im Kaufvertrag nicht unfallfrei und nicht nachlackierungsfrei ist. Dem steht auch nicht entgegen, dass für den Kfz-Händler die Gelegenheit bestand, den Gebrauchtwagen genau auf Unfallschäden zu untersuchen. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts Hamm kann er sich zunächst auf eine Sichtkontrolle beschränken. Erst wenn der Händler konkrete Anhaltspunkte dafür hat, dass die Angaben des Verkäufers zur Unfallfreiheit falsch oder zweifelhaft sind, kann es als grob sorgfaltswidrig gewertet werden, wenn er das Fahrzeug dennoch nicht genauer untersucht.

Urteil des OLG Hamm vom 16.05.2017
28 U 101/16
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