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Wettbewerbsrechtlicher Angriff auf wissenschaftlichen Fachbeitrag



Nimmt ein Wissenschaftler (hier ein Professor einer medizinischen Fakultät) im Rahmen eines Aufsatzes in einer Fachzeitschrift einen Qualitätsvergleich zwischen zwei Erzeugnissen vor, der zulasten eines dieser Erzeugnisse geht, stehen dessen Hersteller keine Ansprüche aus dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) zu, da die wissenschaftlichen Publikationen nicht als geschäftliche Handlungen i.S.v. § 2 Nr. 1 UWG anzusehen sind.

Etwas anderes kann nach Meinung des Oberlandesgerichts Frankfurt allerdings dann gelten, wenn die Darstellung in dem Fachaufsatz objektiv derart falsch oder schlechthin unvertretbar ist, sodass dem Verfasser das Anliegen, lediglich seine wissenschaftliche Meinung mitzuteilen, nicht mehr abgenommen werden kann.

Urteil des OLG Frankfurt vom 11.05.2017
6 U 76/16
WRP 2017, 875