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Unfall mit unvorsichtigem Fußgänger



Den Halter eines Kraftfahrzeugs kann unter dem Gesichtspunkt der Betriebsgefahr auch dann eine Mithaftung an einem Unfall treffen, wenn ihm selbst kein Verschulden vorzuwerfen ist. Eine derartige Haftung aus Betriebsgefahr scheidet in der Regel aus, wenn dem Unfallgegner ein besonders schwerer Verkehrsverstoß anzulasten ist.

Einen solchen Fall nahm das Oberlandesgericht München bei einem Zusammenstoß eines Pkw-Fahrers mit einem Fußgänger an, der vom Bürgersteig kommend in einem Zug, also ohne stehen zu bleiben, die Straße überqueren wollte, ohne auf den Verkehr zu achten.

Urteil des OLG München vom 10.11.2017
10 U 491/17
jurisPR-VerkR 1/2018 Anm. 2
NJW-Spezial 2017, 715