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Krankengeld trotz verspäteter Vorlage der AU-Bescheinigung



Eine Krankenkasse muss auch dann Krankengeld an den Versicherten zahlen, wenn der Arzt die Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit (AU-Bescheinigung) nicht dem Versicherten aushändigt, sondern diese selbst an die Krankenkasse schickt und sie dann zu spät bei ihr eingeht.

Zwar muss der Versicherte grundsätzlich selbst für die rechtzeitige Meldung der AU-Bescheinigung sorgen. Übernimmt jedoch der Arzt auf Veranlassung der Krankenkasse diese Aufgabe, die ihm hierfür sogar Freiumschläge zur Verfügung gestellt hat, liegt das Risiko für den verspäteten Zugang der AU-Bescheinigung bei der Krankenkasse.

Urteil des SG Detmold vom 15.11.2017
S 5 KR 266/17
ArbuR 2018, 205