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Eltern müssen nicht für Zweitausbildung aufkommen



Eltern schulden ihren Kindern im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit die Finanzierung einer Ausbildung, die den Fähigkeiten, dem Leistungswillen und den Neigungen des Kindes am besten entspricht. Haben die Eltern ihrem Kind eine angemessene und seinen Begabungen und Neigungen entsprechende Ausbildung finanziert und findet das Kind in diesem erlernten Beruf nach Abschluss der Ausbildung keine Arbeitsstelle, sind die Eltern grundsätzlich nicht verpflichtet, dem Kind eine weitere Berufsausbildung zu finanzieren.

In dem vom Oberlandesgericht Hamm entschiedenen Fall hatte die Tochter zunächst eine Ausbildung als Bühnentänzerin abgeschlossen. Als sie keine Anstellung fand, machte sie das Abitur nach und begann ein Psychologiestudium. Das spätere Studium der Psychologie stellte keine Weiterbildung dar, die im Zusammenhang mit der ersten Ausbildung stand. Da die Tochter bei der Aufnahme ihrer Tanzausbildung auch keinen weiteren Besuch der allgemeinbildenden Schule mit anschließendem Studium angestrebt hatte, mussten die Eltern für das spätere Studium nicht aufkommen.

Beschluss des OLG Hamm vom 27.04.2018
7 UF 18/18
NZFam 2018, 604