§  RECHTplus.de  §

Juristischer Media-Service


Angebotseinholung vor Vergabe größerer Instandsetzungsarbeiten



Nach ständiger obergerichtlicher Rechtsprechung widerspricht die Vergabe eines Auftrags für die Durchführung größerer Instandsetzungsarbeiten an einer Eigentumswohnanlage grundsätzlich einer ordnungsgemäßen Verwaltung i.S.d. § 21 WEG, "wenn der Verwalter nicht in der Regel zumindest drei Vergleichs- oder Konkurrenzangebote eingeholt hat". Ein Eigentümerbeschluss, der dies nicht beachtet, kann gerichtlich angefochten werden.

Die Einholung entsprechender Vergleichsangebote soll eine hinreichende Entscheidungsgrundlage für die Ausübung des den Wohnungseigentümern zustehenden Ermessens bei der Auswahl der erforderlichen Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen und des mit der Durchführung dieser Maßnahmen zu beauftragenden Unternehmers gewährleisten. So soll erreicht werden, dass die Wohnungseigentümer die von den unterschiedlichen Unternehmen angebotenen technischen Lösungen miteinander vergleichen können, um sich für diejenige Lösung zu entscheiden, die eine dauerhafte Beseitigung von Mängeln und Schäden verspricht. Andererseits sollen die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit beachtet werden, indem keine überteuerten Aufträge erteilt werden.

Urteil des LG Itzehoe vom 05.01.2018
11 S 1/17
ZWE 2018, 178