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Kündigung wegen ungenehmigter Untervermietung an "Medizintouristen"



Gerade in Großstädten wird durch die zunehmende Vermietung von Wohnungen an Touristen das Problem der Wohnungsknappheit zusätzlich verschärft. Handelt es sich um eine Mietwohnung, verstößt der Mieter gegen das meist vertraglich vereinbarte Untervermietungsverbot. Dies kann den Ausspruch einer Kündigung rechtfertigen, wie ein vom Amtsgericht München entschiedener Fall zeigt.

Der Mieter einer Einzimmerwohnung (Kaltmiete 1.300 Euro) im Münchner Bahnhofsviertel hatte die Wohnung selbst nach einem ausdrücklichen Hinweis des Vermieters, dass er entsprechend der mietvertraglichen Vereinbarung eine Untervermietung nicht dulden würde, unverändert weiter zum Preis von 150 Euro täglich an kuwaitische "Medizintouristen" untervermietet, während er selbst unter unbekannter Adresse in eine andere Wohnung gezogen war. Für das Gericht stellte dieses Verhalten eine erhebliche und vorsätzliche, Pflichtverletzung im Rahmen des Mietverhältnisses dar. Eine Abmahnung vor Vermietung an die Medizintouristen aus Kuweit war angesichts des unmissverständlichen Hinweises des Vermieters für die Wirksamkeit der ordentlichen Kündigung nicht erforderlich.

Urteil des AG München vom 17.11.2017
411 C 2150/17
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