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Ungeklärte Schadensverursachung bei nicht repariertem Vorschaden



Wer ohne Verschulden einen Verkehrsunfall erleidet, muss nachweisen, welcher wirtschaftliche Schaden ihm durch den Unfall konkret entstanden ist. Dies kann problematisch sein, wenn das Fahrzeug an gleicher Stelle bereits einen nicht reparierten Vorschaden aufweist.

Wird ein Fahrzeug in einem vorgeschädigten Bereich erneut (= deckungsgleich) beschädigt und ist unklar, in welchem Umfang das zweite Schadensereignis zu dem Schaden geführt hat, muss der Geschädigte im Streitfall darlegen und mit überwiegender Wahrscheinlichkeit nachweisen, dass der geltend gemachte Schaden nach Art und Umfang insgesamt oder ein abgrenzbarer Teil hiervon auf den Verkehrsunfall zurückzuführen ist. Kann er diesen Nachweis nicht führen, stehen ihm keine Schadensersatzansprüche gegenüber dem Unfallverursacher bzw. dessen Haftpflichtversicherung zu.

Beschluss des OLG Hamm vom 10.04.2018
9 U 199/17
jurisPR-VerkR 13/2018 Anm. 3