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Unzumutbare Versetzung in weit entfernte Niederlassung



Nachdem ein Arbeitgeber mit seiner Kündigung vor dem Arbeitsgericht gescheitert war, griff er zu anderen drastischen Maßnahmen. Er forderte den Arbeitnehmer kurzerhand auf, sich am nächsten Tag um 7 Uhr in einer 170 Kilometer entfernten Niederlassung des Unternehmens zur Arbeit einzufinden. Als sich der Mitarbeiter weigerte, sprach das Unternehmen eine fristlose Kündigung aus - und scheiterte erneut vor dem Arbeitsgericht.

Eine nach Rücknahme der Kündigung erteilte Weisung des Arbeitgebers, der Arbeitnehmer habe sich am nächsten Tag an einem derart weit entfernten Ort zur Arbeitsaufnahme einzufinden, ist nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg unwirksam und unzumutbar, wenn damit eine Fahrzeit mit dem Pkw von 1 Stunde und 45 Minuten und mit dem Zug von 4 Stunden und 50 Minuten verbunden ist.

Urteil des LAG Berlin-Brandenburg vom 17.11.2017
2 Sa 965/17
BB 2018, 628