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Haftungsverteilung bei Parkplatzunfall



Das Amtsgericht Ansbach hatte sich mit einem Verkehrsunfall zwischen zwei Pkws zu befassen, deren Fahrer sich auf der vergeblichen Suche nach einem Parkplatz befanden. Ein Pkw stand dabei mit ausgeschaltetem Motor am rechten Fahrbahnrand. Als der Fahrer aussteigen wollte und hierzu die Tür öffnete, fuhr der Fahrer des anderen Wagens vorbei und streifte dabei die geöffnete Fahrertür, wodurch ein Schaden von über 3.000 Euro entstand.

Das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass beide Autofahrer jeweils zu 50 Prozent für den Schaden verantwortlich waren. Der Unfall war für den die Tür öffnenden Fahrer nicht unvermeidbar, da er sich vor dem Öffnen durch einen Schulterblick über den rückwärtigen Verkehr hätte vergewissern müssen. Der vorbeifahrende Autofahrer hingegen war mit einem zu geringen Seitenabstand von höchstens 35 bis 40 cm an dem parkenden Fahrzeug vorbeigefahren. Beide Verstöße gewichtete das Gericht in seiner Urteilsbegründung gleich schwer.

Urteil des AG Ansbach vom 16.02.2018
4 C 707/17
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