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Jogger darf sich gegen herannahenden und nicht angeleinten Hund wehren



Ein unangeleinter Hund lief im Wald auf einen Jogger zu. Als der Hund trotz entsprechender Rufe des Hundehalters nicht zu diesem zurückkam, versuchte der Jogger, den Hund mit einem Ast von sich fernzuhalten. Dabei rutschte er aus und zog sich eine Ruptur der Quadrizepssehne zu, die später operativ versorgt werden musste. Nach der örtlichen Gefahrenabwehrverordnung bestand die Verpflichtung, Hunde außerhalb bebauter Ortslagen umgehend und ohne Aufforderung anzuleinen, wenn sich andere Personen nähern oder sichtbar werden.

Das Oberlandesgericht Koblenz verurteilte den Hundehalter zur Erstattung des entstandenen Schadens. Dessen Einwand, der Hund habe sich erkennbar nicht aggressiv verhalten ("Der will nur spielen") und die Abwehrhandlung sei daher nicht erforderlich gewesen, weshalb sich der Jogger zumindest ein Mitverschulden anrechnen lassen müsse, ließ das Gericht nicht gelten. Angesichts der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens muss der Abwehrende zuvor nicht analysieren und bewerten, ob das Verhalten des Tieres auf eine konkrete Gefahr schließen lässt.

Beschluss des OLG Koblenz vom 18.10.2018
1 U 599/18
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