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Wiederherstellung des vorherigen Zustands nach Bauteilöffnung durch Sachverständigen



In den meisten Bauprozessen ist zur Feststellung behaupteter Baumängel die Einholung eines Sachverständigengutachtens erforderlich. Oftmals ist dann eine Bauteilöffnung nötig, weil anderenfalls der Sachverständige den Mangel gar nicht beurteilen kann. Durch die Bauteilöffnung entsteht in der Regel ein nicht unerheblicher Schaden an dem Bauobjekt.

In diesem Zusammenhang hat das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass von einem gerichtlichen Sachverständigen, der nach Untersuchungshandlungen an einem Gebäude eine Bauteilöffnung vorgenommen hat, nicht gefordert werden kann, dass er den vorherigen Zustand durch Schließung der Öffnung wiederherstellt. Verweigert die beweisführerende Prozesspartei angesichts der drohenden Schäden die Bauteilöffnung, besteht für sie die Gefahr, dass der Prozess deswegen verloren geht.

Beschluss des OLG Köln vom 14.09.2017
I-9 U 194/13
IBR 2018, 598