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Nachweis eines abgesprochenen Unfallereignisses durch Indizien



Der Nachweis der Herbeiführung eines Verkehrsunfalls mit der Einwilligung des Anspruchstellers (Unfallmanipulation) ist in der Regel schwer zu führen. Für das Oberlandesgericht Hamm reicht eine Häufung der für eine Manipulation sprechenden Beweisanzeichen aus.

Eine solche Häufung von Indizien nimmt das Gericht an, wenn - wie im entschiedenen Fall - ein älteres, aber durchaus noch hochwertiges Luxusfahrzeug durch einen älteren Kleinwagen ohne wirtschaftlichen Eigenschaden mit einer geringen Geschwindigkeit von maximal 10 km/h ohne jegliches Ausweichverhalten an der Seite beschädigt wird, der von dem in wirtschaftlich schwachen Verhältnissen lebenden Unfallgeschädigten geschilderte Unfallhergang nicht plausibel ist, Vorschäden des Unfallwagens verschwiegen werden und eine gewinnbringende fiktive Schadensabrechnung gewählt wurde.

Beschluss des OLG Hamm vom 21.12.2018
26 U 172/18
jurisPR-VerkR 3/2019 Anm. 1