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Widerruf eines finanzierten Neuwagenkaufs



Kann eine Bank nicht beweisen, dass sie ihrem Kunden im Rahmen der Finanzierung eines Neuwagenkaufs die Darlehensbedingungen übergeben hat, ist der Bankkunde berechtigt, den Abschluss des Darlehensvertrags zu widerrufen.

Da bei Autofinanzierungen häufig ein sogenanntes verbundenes Geschäft vorliegt, ist die Folge eines erfolgreichen Widerrufs, dass sowohl der Kreditvertrag als auch der Kaufvertrag rückabgewickelt werden müssen. Der Verbraucher kann demnach das Auto an die Bank zurückgeben und erhält seine schon geleisteten Raten zurück. Nach Auffassung des Landgerichts Stuttgart kann die Bank allerdings eine Nutzungsentschädigung nach der Formel "Bruttokaufpreis x gefahrene Kilometer / voraussichtliche Restlaufleistung" für die gefahrenen Kilometer einbehalten.

Urteil des LG Stuttgart vom 22.11.2018
25 O 119/18
Pressemitteilung des LG Stuttgart