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Gericht geht gegen "Auto-Poser" vor



Der Fahrer eines Jaguar F-Type war innerhalb von vier Wochen von Anwohnern der Mannheimer Innenstadt 14 Mal bei der Polizei gemeldet worden, weil sie sich durch den nächtlichen Lärm des Sportwagens gestört fühlten. Der Fahrer fiel insbesondere dadurch auf, dass er während einer Rotlichtphase "unnötig Gas" gegeben hatte, "mit durchdrehenden Rädern" und "laut aufheulendem Motor" unterwegs war, "übermäßig stark beschleunigt" und mehrfach durch "unnötig starke Gasstöße" Lärm verursacht hatte.

Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hielt den durch das Fahrzeug verursachten Lärm für unzumutbar. Das beanstandete Verhalten stellte einen Verstoß gegen § 30 Abs. 1 StVO dar. Nach dieser Vorschrift sind "bei der Benutzung von Fahrzeugen unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen verboten. Es ist insbesondere verboten, Fahrzeugmotoren unnötig laufen zu lassen und Fahrzeugtüren übermäßig laut zu schließen. Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn andere dadurch belästigt werden". Das Gericht verurteilte den "Autonarren" dazu, in der Mannheimer Innenstadt keinen unnötigen Lärm mehr zu verursachen.

Urteil des VG Karlsruhe vom 17.12.2018
1 K 4344/17
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