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Gegneranwalt darf nicht übergangen werden



Hat eine Privatperson in einem Rechtsstreit mit einem Unternehmen einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung ihrer Interessen beauftragt und sich eine unmittelbare Kontaktaufnahme in dieser Angelegenheit verbeten, muss sich die Gegenseite daran halten.

So untersagte das Amtsgericht Tauberbischofsheim einer Bank die unmittelbare Kontaktaufnahme ihrer Mitarbeiter mit einem Privatkunden, der im Zusammenhang mit einer Geldanlage, die ihm von der Bank vermittelt worden war, bereits einen Rechtsanwalt mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt hatte, der ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass künftiger Schriftverkehr ausschließlich mit seiner Kanzlei zu führen sei. Das Gericht sah in der gleichwohl erfolgten telefonischen Kontaktaufnahme zu dem Kunden einen rechtswidrigen Eingriff in dessen allgemeines Persönlichkeitsrecht.

Urteil des AG Tauberbischofsheim vom 21.08.2018
1 C 137/18
jurisPR-BKR 2/2019 Anm. 6