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Gläubigerbenachteiligung durch die Gewährung eines zinslosen Darlehens



Gew√§hrt ein Unternehmen innerhalb von vier Jahren vor Insolvenzer√∂ffnung einem Dritten ein zinsloses Darlehen, kann dies den Insolvenzverwalter zur Anfechtung des Gesch√§fts berechtigen, da es sich hinsichtlich des Verzichts auf eine Verzinsung um eine unentgeltliche Leistung im Sinne des ¬ß 134 Abs. 1 InsO handelt. Allerdings hat der Insolvenzverwalter zu beweisen, dass die Gew√§hrung des zinslosen Darlehens zu einer Benachteiligung der Gl√§ubiger des Insolvenzschuldners gef√ľhrt hat. Insbesondere bei gr√∂√üeren Darlehensbetr√§gen wird dieser Nachweis zu f√ľhren sein, da die M√∂glichkeit der anderweitigen Erzielung einer angemessenen Rendite wahrscheinlich ist. Ist die Anfechtung erfolgreich, kann der Insolvenzverwalter von dem Darlehensnehmer nachtr√§glich eine angemessene Verzinsung verlangen.

Urteil BGH vom 15.11.2018
IX ZR 229/17
ZIP 2019, 233